Wie sind Gebäude gegen Grund- und Schichtenwasser zu schützen?

Grundwasser 1 darf grundsätzlich –abgesehen von einigen Ausnahmen wie Grundwasserabsenkungen im Zuge einer Baumaßnahme oder einer Bodensanierung - nicht in öffentliche Abwasseranlagen eingeleitet werden 2. Dabei wird Grundwasser als unterirdisches Wasser definiert, unabhängig vom Abstand zur Geländeoberfläche.

Gebäude sind gegen von außen eindringendes Wasser zu schützen. Hier sind folgende Fälle zu unterscheiden:

1. Das Gebäude ist in stark durchlässigem Boden gegründet: Hier ist keine Bauwerksabdichtung oder Dränage erforderlich (Bild 1).

Bild 1: Unterkellertes Gebäude ohne Dränage (Bild: grundstuecks-entwaesserung.de)<br />1. Kelleraußenwand <br />2. Abdichtung <br />3. Kellersohle <br />4. Kiesbeet <br />5. Randstein <br />6. Baugrubenverfüllung <br />7. Durchlässiger Boden

Bild 1: Unterkellertes Gebäude ohne Dränage (Bild: grundstuecks-entwaesserung.de)

  1. Kelleraußenwand
  2. Abdichtung
  3. Kellersohle
  4. Kiesbeet
  5. Randstein
  6. Baugrubenverfüllung
  7. Durchlässiger Boden


2. Das Gebäude ist in bindigem Boden gegründet: Es ist eine Dränage 3 vorzusehen (Bild 2).

Bild 2: Unterkellertes Gebäude mit Dränage (Bild: grundstuecks-entwaesserung.de)<br />1. Kelleraußenwand <br />2. Abdichtung <br />3. Dränagematte <br />4. Kellersohle <br />5. Kiesbeet <br />6. Randstein <br />7. Baugrubenverfüllung <br />8. Durchlässiger Boden <br />9. Undurchlässiger Boden <br />10. Filtervlies <br />11. Kiespackung <br />12. Dränrohr

Bild 2: Unterkellertes Gebäude mit Dränage (Bild: grundstuecks-entwaesserung.de)

  1. Kelleraußenwand
  2. Abdichtung
  3. Dränagematte
  4. Kellersohle
  5. Kiesbeet
  6. Randstein
  7. Baugrubenverfüllung
  8. Durchlässiger Boden
  9. Undurchlässiger Boden
  10. Filtervlies
  11. Kiespackung
  12. Dränrohr

3. Das unterkellerte Gebäude liegt im Grundwasser: Der Keller ist als wasserdichte Betonwanne auszubilden (Bild 3).

Bild 3: Unterkellertes Gebäude mit „Weißer Wanne“ (Bild: grundstuecks-entwaesserung.de)<br />1. Kelleraußenwand <br />2. Abdichtung <br />3. Kellersohle <br />4. Kiesbeet <br />5. Randstein <br />6. Baugrubenverfüllung <br />7. Grundwasser

Bild 3: Unterkellertes Gebäude mit „Weißer Wanne“ (Bild: grundstuecks-entwaesserung.de)

  1. Kelleraußenwand
  2. Abdichtung
  3. Kellersohle
  4. Kiesbeet
  5. Randstein
  6. Baugrubenverfüllung
  7. Grundwasser

Was sind Dränagen?

Dränagen sind perforierte Rohre, die das im Gründungsbereich anfallende Wasser aufnehmen und ableiten. Zur Spülung sind Revisionsschächte (Spülschächte) vorzusehen. Die Übergabe an ein weiterleitendes System (Versickerungsanlage, mit Sondergenehmigung öffentliche Kanalisation) erfolgt an einem Übergabeschacht mittels Hebeanlage (Bild 4).

Bild 4: Anordnung einer Dränage im Gründungsbereich eines Hauses (Bild: grundstuecks-entwaesserung.de)<br />1. Revisionsschacht <br />2. Baugrubenverfüllung <br />3. Hausanschlussschacht mit Pumpe <br />4. öffentlicher Regenwasserkanal

Bild 4: Anordnung einer Dränage im Gründungsbereich eines Hauses (Bild: grundstuecks-entwaesserung.de)

  1. Revisionsschacht
  2. Baugrubenverfüllung
  3. Hausanschlussschacht mit Pumpe
  4. öffentlicher Regenwasserkanal

Wohin mit dem Dränagewasser?

Einige Kommunen erteilen Ausnahmegenehmigungen zur Einleitung von Dränagewasser in die öffentliche Kanalisation (Bild 5), wenn

  • es sich bei dem Dränagewasser um versickerndes Regenwasser im ehemaligen Baugrubenzwickel handelt,
  • das Dränagewasser aus Regenwasser resultiert, welches sich bei Starkregenereignissen auf bindigen Bodenschichten aufstaut.

Nicht erlaubt wird ein Dränageanschluss in den meisten Kommunen (Bild 6), wenn

  • nichtbindiger, durchlässiger Boden vorliegt und das Grundwasser in Höhe der Gründungssohle oder darüber ansteht,
  • bindiger Boden, z.B. Lehm ansteht und in Höhe der Gründungssohle ein deutlich darüber liegender eingepegelter Stauwasserhorizont vorliegt.

Bild 5: Dränageanschluss - (mit Ausnahmegenehmigung) erlaubt für Niederschlagswasser, das sich im Aushubbereich anstaut (Bild: grundstuecks-entwaesserung.de)

Bild 5: Dränageanschluss - (mit Ausnahmegenehmigung) erlaubt für Niederschlagswasser, das sich im Aushubbereich anstaut (Bild: grundstuecks-entwaesserung.de)

Bild 6: Dränageanschluss -  nicht erlaubt, wenn der Keller im Bereich eines Grundwasserleiters liegt (Bild: grundstuecks-entwaesserung.de)

Bild 6: Dränageanschluss -  nicht erlaubt, wenn der Keller im Bereich eines Grundwasserleiters liegt (Bild: grundstuecks-entwaesserung.de)

  • 1. DIN 4049-1: Hydrologie - Grundbegriffe (1992-12-00)
  • 2. DIN 1986: Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke. Beiblatt 1: Stichwort-verzeichnis (05.1990); Teil 1: Technische Bestimmungen für den Bau (06.1988); Teil 3: Regeln für Betrieb und Wartung; Teil 30: Instandhaltung; Teil 100: Zusätzliche Bestimmungen zu DIN EN 752 und DIN EN 12056 (03.2002) Entwurf
  • 3. DIN 18195: Bauwerksabdichtungen - Beispiele für die Anordnung der Abdichtung bei Abdichtungen (01.2006)

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