Was versteht man unter Grundstücksentwässerung?

Die umweltgerechte Entsorgung des Abwassers erfolgt über ein ganzheitliches Entwässerungssystem, bestehend aus den privaten Leitungen (Grundstücksentwässerung) und den öffentlichen Kanälen (Kanalisation).

Die Grundstücksentwässerung ist ein System zur Ableitung des Schmutz- und Regenwassers aus der Gebäudeentwässerung zur Kanalisation oder einer sonstigen Entsorgungseinrichtung (z.B. Kleinkläranlage) 1. Sie besteht in der Regel aus Grundleitungen und dem Anschlusskanal. Der Anschlusskanal ist die Leitung vom Anschlussstutzen oder Abzweig am öffentlichen Kanal bis zur ersten Reinigungsöffnung auf dem Grundstück (z.B. Übergabeschacht auf der Grundstücksgrenze, Revisionsschacht im/am Haus oder Revisionsöffnung im Keller, oder – falls keine Reinigungsöffnung vorhanden ist - bis zur Grundstücksgrenze, (Bild 1, Bild 2 )[2]. Grundleitungen sind unzugänglich unter der Grundplatte des Gebäudes oder im Erdreich verlegte Abwasserleitungen, die an den Anschlusskanal anschließen [3]. Im Normalfall fließt das Abwasser im freien Gefälle ab, es kann in Ausnahmefällen aber auch über eine Hebeanlage gepumpt werden.

Abbildung 2-1: Begriffsdefinition für Grundstücksentwässerungssysteme [Bild: S&P GmbH] Bild 2: Begriffsdefinitionen (Bild: grundstuecks-entwaesserung.de) 

Bild 1 (links):Begriffsdefinition für Grundstücksentwässerungssysteme (Bild: grundstuecks-entwaesserung.de)

Bild 2 (rechts): Begriffsdefinitionen für Grundstücksentwässerungssysteme(Bild: grundstuecks-entwaesserung.de)

Wird das Abwasser nach Regenwasser und Schmutzwasser getrennt in separaten Leitungen abgeleitet, so spricht man von einem Trennsystem. Gelangen Schmutz- und Regenwasser in ein gemeinsames Ableitungssystem, so nennt man dies Mischsystem.

Bild 3 : Mischsystem (Bild: grundstuecks-entwaesserung.de) Bild 4: Trennsystem(Bild: grundstuecks-entwaesserung.de) 

Bild 3 (links): Mischsystem (Bild: grundstuecks-entwaesserung.de)

Bild 4 (rechts): Trennsystem(Bild: grundstuecks-entwaesserung.de)

Die Schnittstelle zwischen dem privaten und dem öffentlichen Entwässerungsbereich wird von der Kommune in der Entwässerungssatzung festgelegt.

In der Praxis gängige unterschiedliche Definitionen für die Schnittstelle sind (Bild 5):

  •  Revisionsschacht auf dem Grundstück (1) oder Grundstücksgrenze (2) ,
  • Stutzen oder Abzweig am öffentlichen Kanal (3),
  • Gebäudeaußenkante.

 Der private Entwässerungsbereich - und damit der Zuständigkeitsbereich des Grundstückseigentümers - umfasst die gesamte Grundstücksentwässerung bis zur definierten Schnittstelle.

Bild 5: Möglichkeiten für die Definition des privaten Entwässerungsbereiches (Bild: grundstuecks-entwaesserung.de)
Bild 5: Mögliche Schnittstellen zwischen der Grundstücksentwässerung und dem öffentlichen Kanal (Bild: grundstuecks-entwaesserung.de)

Sie als Grundstückseigentümer sind für die ordnungsgemäße Herstellung, Funktion und Instandhaltung Ihrer Grundstücksentwässerungsanlage verantwortlich. Unwissenheit über einen möglicher Weise vorhandenen Schaden entlässt Sie nicht aus der Verantwortung.

  • 1. Stein, D.: Instandhaltung von Kanalisationen, 3. Auflage, Ernst & Sohn Verlag, Berlin 1999
  • 2. DIN 4045: Abwassertechnik; Begriffe (12.1985).
  • 3. DIN 1986: Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke. Beiblatt 1: Stichwortverzeichnis (05.1990); Teil 1: Technische Bestimmungen für den Bau (06.1988);
    Teil 3:Regeln für Betrieb und Wartung; Teil 30 „Instandhaltung"; Teil 100: Zusätzliche Bestimmungen zu DIN EN 752 und DIN EN 12056 (03.2002) Entwurf

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